Komm ich nehm dich mit ....

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Dienstag, 2. Juni 2015

Freundschaftsgeschreibsel





Einen guten Freund hat eigentlich jeder, so denkt man doch. Freundschaft ist immer im Gleichgewicht, geben und nehmen. Aber darf man dem besten Freund, auch immer sagen was man denkt und fühlt? Ich denke eigentlich im Prinzip meistens schon. Denn Freundschaft heißt für mich Ehrlichkeit und Vertrauen, ist es nicht dass, was eine gute Freundschaft ausmacht? Ich persönlich möchte schon, dass meine Freundin mich auch kritisiert und mir ihre Meinung offen und ehrlich sagt. Auch wenn, das vielleicht manchmal schmerzhaft ist und ich in dem Moment schlucken muss. Aber es regt mich zum nachdenken an. Natürlich gehe ich davon aus, dass diese Kritik auch ehrlich gemeint ist und nicht darauf gemünzt ist, mich zu verletzten. Das würde für mich nicht mehr unter Freundschaft laufen, solche Freundschaften machen eher etwas in dir kaputt oder krank. Und das darf natürlich nicht sein.  Ich habe aber auch schon bemerkt, dass es Freunde gibt, die erwarten, dass man sich mit Kritik zurückhält und immer nur Verständnis hat und man alles was sie machen und sagen für gut befindet. Der Wert einer Freundschaft zeigt sich eigentlich immer dann, wenn wir in einer Krisensituation stecken. Hält die Freundschaft stand, oder bricht sie zusammen. Auf falsche Freunde werden wir immer treffen, das ist nun mal so. Manchmal gestaltet es sich aber auch so, das man im Laufe der Jahre andere Interessen entwickelt, als der Freund. Man hat sich nichts mehr zusagen, das Potenzial ist sozusagen erschöpft. Dann ist es meiner Meinung gut, das auch einzusehen und zu leben. Wenn man merkt, das man sich im Kreis dreht und man sich gegenseitig nicht mehr bereichern kann, dann  ist es vielleicht der beste Weg getrennte Wege zu gehen. Freundschaft sollte sich immer weiter entwickeln und nicht stehen bleiben. Jeder sollte sein eigenständiges Leben leben und auf jeden Fall keine Kopie des Freundes sein, denn das engt ganz schön ein. Ich habe das einmal erlebt und ich muss sagen, das ist kein schönes Gefühl. Ich gebe gern und helfe gern, doch wenn sich jemand mit fremden Federn schmückt und wirklich Alles nachmacht und so tut, als wäre es SEINS, dann hat das irgendwann nichts mehr mit Freundschaft zu tun. Wo wir wieder beim Thema Ehrlichkeit wären. Irgendwann ist der Punkt erreicht wo man Lebewohl sagen muss, dann  ist es für mich ganz klar, dass ich den Menschen nicht verurteile, ihn schlecht mache oder ihn beleidige. Ich habe ihn ja einmal gemocht, er war ein Teil von meinem Leben, und nur weil es nicht mehr passt, ist es ja kein schlechter Mensch. Auch würde ich dann, mir Anvertrautes nie an dritte weitergeben. Das ist für mich eine Form des Anstandes und Respektes. Freundschaften zerbrechen, das gehört zum Leben dazu und natürlich auch dass es weh tut. Dem einem Teil geht es meistens schlechter, dem anderen besser, so ist er ja evtl. froh Ballast abwerfen zu können. Mit Trennungen geht jeder Mensch anders um. Ich bin froh, dass ich 3 Freunde habe, die mich stützen und tragen und wenn es sein muss, mir  auch mal den Kopf waschen und wieder gerade rücken. Danke ihr Lieben, ich hoffe wir gehen noch ein gutes und langes Stück unseres Lebensweges zusammen.








Wie sind eure Erfahrungen und wie seht ihr das Thema Freundschaft?


LG
Barabara





Kommentare:

  1. Liebe Barbara,
    ein interessantes Thema.
    Freundschaften kommen und gehen.Ich hab mal gelesen das man sich alle 7 Jahren neu entwickelt und somit auch neue Freunde kommen und alte gehen.
    Ich hatte schon viele Freundschaften in meinem Leben,und finde das man immer ehrlich miteinander umgehen sollte.Klar man hat sich gesucht und gefunden und teilt auch Gemeinsamkeiten,hat gemeinsame Interessen,hat die gleiche Meinung oder eben auch nicht.Man sollte sich alles sagen können,aber der Ton macht die Musik.Man sollte den Respekt zueinander nicht verlieren.Klar sollte mir die Freundin auch den Kopf waschen,denn wer darf mir Dinge an den Kopf werden,wenn es nicht die Freundin ist?Oft braucht man auch die Sicht von jemand anderen.Freundinnen sollten immer füreinander da sein.Man kann auch mal eine Pause machen wenn es gerade nicht so gut läuft.Aber lästern oder beleidigen geht garnicht.
    Manchmal ist es besser wenn sich die Wege trennen.
    Bei mir war es oft so das sich rausstellte das meine Freundin nicht mehr ehrlich war,hinter meinem Rücken geredet hat und mein Leben angezweifelt hat.Zum zuhören war ich gut genug auch zum helfen immer da,aber wenn ich mal Hilfe brauchte oder ein offenes Ohr oder das mich mal jemand in den Arm nahm,da war dann keiner da.
    Eine Freundin muss mich so nehmen wie ich bin,sollte mich gut kennen und ich möchte ihr gerne morgens unaufgräumt im Nachthemd die Tür aufmachen,ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
    Ich habe liebe Freundinnen,zwar nicht in der Nähe,aber sie sind da,haben ein offenes Ohr.Und das ist das schönste was es gibt.
    Und ja wir gehen noch viele Jahre gemeinsam unseren Weg.
    Liebste Grüße
    Deine Nicole

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  2. Du hast das mal wieder sehr gut und ausführlich geschrieben und ich stimme dir da voll zu. Auch der Satz von Nicole, dass man seiner Freundin morgens zersauselt die Tür öffnet ohne vorher aufgeräumt und sich aufgehübscht zu haben, finde ich ein wichtiger Punkt.

    Der Begriff Freundin wird wahrscheinlich auch von jedem anders aufgefasst. Meine Mutter z.B. hat unendlich viele unternehmungslustige alleinstehende Frauen, mit denen sie Ausflüge macht und das schon viele Jahre. Aber sind das Freundinnen? Für mich eher nicht. Ich setze den Begriff sehr eng. Ich hatte Kolleginnen, mit denen ich etwas unternommen habe, aber das waren eher Bekannte.
    Richtige Freundinnen hatte ich immer nur ein oder zwei. Eine davon hat mich 20 Jahre begleitet und dann war von einem auf den anderen Tag Funkstille. Jetzt habe ich wieder eine Freundin, die ich so nennen würde.
    Es liegt aber sicherlich an mir, weil ich kein so offener Mensch bin, auch wenn das im Blog vielleicht anders wirkt.
    Auf jeden Fall sind Ehrlichkeit, Respekt, Vertrauen und ähnliche Lebenseinstellungen wichtig für mich.
    Liebe Grüße und danke für die Denkanstöße

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  3. Liebe Barbara,
    dein Post bewegt ganz viel in mir und ich denke zurück, an eine wunderschöne und doch sehr schmerzhafte Erfahrung vor vielen Jahren.
    Zur Sicherheit: ich rede hier von einer Frauenfreundschaft, nicht von einer Partnerschaft.
    - Und doch resultierte in gewisser Weise aus dieser Freundschaft so etwas wie mein erster Liebeskummer.
    Meine allerallerbeste Freundin und ich lernten uns kennen, als wir etwa 15 Jahre alt waren. Zuvor hatte ich einige Freundinnen, aber eben keine "beste Freundin".
    Wir teilten alles. Kein Tag ohne Treffen UND Telefonate UND Briefchen, obwohl wir uns wortlos verstanden.
    Nie hätte ich für möglich gehalten, dass diese Freundschaft eines Tages zerbrechen könnte.
    Und dann passierte es. Ganz plötzlich entwickelten wir Missverständnisse. Es war, als würden wir verschiedene Sprachen sprechen. Wir versuchten uns gegenseitig unsere Meinungen und Ansichten zu erklären und machten es mit jedem Wort immer schlimmer.
    Wir waren fassungslos, wissen beide bis heute nicht wirklich, was da geschehen ist.
    Es gab schlimme Verletzungen und Enttäuschungen. Nie wieder habe ich mich so sehr auf eine Freundin eingelassen, wie auf sie.
    Irgendwann haben wir Abstand zueinander gefunden. Die Schulzeit endete, jede ging den eigenen Weg ihres Lebens.
    Sie wohnt heute mit ihrer Familie in Süddeutschland.
    Ganz abgerissen ist der Kontakt nie. Gerade erst kam eine Urlaubskarte von ihr. Sie hat immer einen Platz in meinem Herzen. Ich bin froh, dass wir uns kennenlernen durften. Diese Freundschaft war und ist ein großes Geschenk.
    Vielen Dank für dein Posting und den Gedankenanstoß.
    Claudiagruß

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  4. Liebe Barbara,
    ein schönes Thema über das Du heute schreibst. Ich habe nur zwei Freundinnen mit denen ich über alles reden kann und die mit mir auch über alles reden. Ansonsten habe ich sehr viele Bekannte, ich würde auch sagen gute Bekannte.
    Doch, eine ehemalige Freundin habe ich noch, aber wir haben uns aus den Augen verloren, schon seit langer Zeit. Und wenn ich so weiter drüber nachdenke, sollte ich doch mal schauen, ob Ihre alte Telefonnummer noch stimmt und sie einfach mal anrufen. Mal sehen was daraus wird.
    Danke und alles Liebe Anja

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  5. Freundschaft ist eine Tür zwischen zwei Menschen. Sie kann manchmal knarren, sie kann klemmen, aber sie ist nie verschlossen.
    (Balthasar Gracián y Morales)

    Ich denke genau so sollte wahre Freundschaft sein. Egal was passiert, wie das Leben auch spielt (und es gibt zu 100% mal Situationen in denen eine Freundschaft knackst und zu kippen droht...) Freundschaft sollte immer einen so hohen Stellenwert haben das man sich villeicht zweimal überlegt ob nicht noch etwas zu kleben ist.
    Fehler machen wir alle und nur sehr wenige Menschen nehmen sich Zeit an der Oberfläche zu kratzen und fragen nach dem Warum. Ein sehr schönes Thema und sehr wichtiges das sehr viel Kraft und Lebensfreude bringen kann.

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