Komm ich nehm dich mit ....

Komm ich nehm dich mit ....

Mittwoch, 29. April 2015

Besser, schneller, höher, weiter .....



..... das ist die momentane Stimmung unter den Mamies im Kindergarten. Es werden Schwimmkurse besucht, wer hat denn als erstes das Seepferdchen?  TaiChi ist der Renner, und wer kann denn schon ohne Stützräder fahren. Aus allem wird ein Wettbewerb gestaltet. Nichts gegen einen Schwimmkurs und so weiter, alles feine Sachen, aber die Stimmung muss passen. Vor allen Dingen sollte die Harmonie zwischen Mami und Kind nicht gestört werden- natürlich sollten sich die kleinen Zwerglein auch nicht untereinander aufreiben. Ich finde alles zu seiner Zeit, bis jetzt hat doch fast jedes Kind gelernt sich die Schuhe zu binden, die Uhr zu lesen und diesen vielen anderen Krimskrams, den jetzt die Kleinen Schlag auf Schlag  erlernen sollen. Ich verfolge die Berichte der stolzen Mamies und auch die der frustrierten Mütter, mit einem zarten Lächeln im Gesicht. Halte mich im Hintergrund und sehe wie sich alles ziemlich aufreibt. Es sind nicht etwa die Kleinen, die ein Problem haben, nein, es sind deren Eltern. Den Kindern ist es meist ziemlich egal, ob ein Freund schon das Seepferdchen hat oder nicht, sie wollen in erster Linie Spass und Freude, sie leben so ungezwungen und frei, warum wird ihnen das genommen. Natürlich muss ein Kind auch Herausforderungen im Alltag bestehen, aber doch nicht mit solch einem hohen Leistungsdruck. Gott sei Dank bin ich da mittlerweile Tiefenentspannt, lehne mich zurück und denke, alles zu seiner Zeit, macht ihr mal (ich meine die Mütter, die ihre Kinder jeden Tag zu einem anderen Termin schleifen): Alle meine Kinder haben das Seepferdchen bestanden, sie können alle Rad fahren, Schuhe binden können sie auch, der eine früher, der andere später. Ich möchte jetzt keinen Kurs, Aufgaben oder Ziele in Frage stellen, ich würde mir einfach mal ein bisschen mehr Lockerheit und Verständnis für die kleinen Zwerglein wünschen. Bei uns geht es jetzt mit dem Zahnwechsel los, einige Vorschulkinder haben schon Wackelzähne, oder auch schon Zahnlücken, bei den anderen tut sich da noch gar nix.  Nah klar, möchte jedes Vorschulkind einen Wackelzahn haben und ganz klar kommen da auch Fragen auf. Doch da muss ich doch als Elternteil die richtige Antwort finden und nicht einen Konkurrenzkampf starten. Denn wenn ich höre, dass ein kleiner Knirps zum anderen sagt: "Du hast dir nur nie richtig die Zähne geputzt, deshalb hast du schon Wackelzähne", dann weiss ich genau,dass diese Aussage nicht vom Kind kommt. Schade, dass selbst  die tollsten Erlebnisse unserer Kinder zu Konkurrenzgezicke führen. Also, Lotta hat noch keinen Wackelzahn, da haben wir wohl alles richtig gemacht, Augenzwincker.

LG

Barbara 

Kommentare:

  1. Wunderbar von Dir geschrieben.
    Alles hat seine Zeit ... es ist schön, dass Deine Kinder ihr eigenes Tempo finden dürfen.

    Diese Denken gab es aber auch schon früher. Meine Grossen sind ja schon sehr alt :-). Ich war damals die ganz junge Mama und da nahmen sich oft die älteren Mütter das Recht heraus mich bevormunden zu wollen. Was deren Kinder nicht alles schon viel schneller und früher konnten!
    Und die letzten Jahre, als "alte" Mama kam es dann umgekehrt daher. Die jungen Mamas wollten mir immerwieder erzählen wie viel weiter ihre Kinder sind, wie viele Kurse sie schon machten etc.
    Nun kann und darf ich weise lächeln und meine Jüngsten ihren Weg selbst gehen lassen. Damals hat mich viel verunsichert. Ich wusste es noch nicht anders.Ging meinem Gefühl nach, hatte aber immer Angst doch für die Kinder etwas zu versäumen.
    liebe Grüsse und viel Spass an den kommenden Wackelzähnen
    Elisabeth

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    1. Hallo Elisabeth,da haben wir ja viel gemeinsam, ich habe bei den ersten Kindern genauso gefühlt wie du, ich war verunsichert, habe aber trotzdem versucht meinen Weg zu gehn und es hat funktioniert.
      Danke für deine ehrliche Antwort.

      LG
      Barbara

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  2. Wir sind da ganz beisammen, 100 %.
    Jedes Kind wird groß und lernt, auch ganz ohne Förderung und Forderung von außen. Der Zeitpunkt ist wurscht. Ich habe meine Kinder immer machen lassen. War mir egal, ob sie als letzte noch mit Windeln durch die Gegend laufen - hat nicht geschadet. Und irgendwelche Kurse haben wir auch nicht besucht.
    Ich bin ja der Typ, der so Gespräche unter Müttern immer vermieden hat, das Internet spielte auch noch kaum eine Rolle. Deshalb habe ich mich nie im Konkurrenzdruck gesehen. Kann aber sein, dass meine Kinder das im Kindergarten gespürt haben - es scheint sie allerdings nicht so sehr beeindruckt zu haben.
    Die machen das schon, die Kids - früher oder später :-)
    Ganz liebe Grüße

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    1. Hallo,

      ich halte mich da auch von Allem fern, ich treffe mich auch nicht mit den anderen Mamies auf einen Kaffeeklatsch und so. Ich bin froh, dass ich da aussen vor bin, wir sind eh in vielen Dingen anders und das ist gut so. Schön, das es auch noch Mamies gibt, die so denken.

      LG

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  3. Und genau diese Mütter machen unsere Gesellschaft kaputt.Heute muss ein Kind welches zur Schule kommt schon soviel können.Warten wir mal 10 J.ab dann hat ein Kind bei der Geburt schon gewisse Anforderungen.Schrecklich finde ich sowas.Ja alles zu seiner Zeit,so wie es bei uns früher auch war.
    Ich halte mich schon immer von solchen Leuten fern,sowas braucht die Welt nicht.
    LG
    Nicole

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  4. Huhu Nicole,
    ich halte mich generell von den ganzen Mamies fern, mir bringt das nichts Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich da auch nicht wirklich ehrliche Freundschaften entwickeln, jede Mamie möchte sicherlich das Beste für ihr Kind, aber man muss auch das Kind im Auge behalten und nicht seine Bedürfnisse über das Kind stellen um dann zu glänzen. Viele Eltern profilieren sich über das Kind, das ist gar nicht gut. Ich halte mich aus Allem raus und beobachte.
    Lg

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  5. Du sprichst mir aus der Seele!! Großartig geschrieben! Ich bin auch immer wieder erstaunt, was manche Kinder schon können (müssen). Es kommt alles zu seiner Zeit, ganz von alleine und das fängt schon bei den ganz Kleinen an. Der Schnecki hat nach einer langen anstrengenden Phase (die hat sich über Monate gezogen), in der er nachts stündlich Pre-Milch trinken wollte (damals war er aber schon 3 Jahre alt), und zwar jedes mal frisch gemachte, von einem Tag auf den anderen entschieden, dass er sie jetzt nicht mehr braucht und Wasser trinkt. Manchmal denke ich, diese Extremphase davor war seine Art sich davon zu verabschieden. Er hat entschieden, wann er vom Laufrad aufs Fahrrad umsteigen möchte und das Radfahren hat dadurch ohne jeglichen Stress geklappt, weil ER bereit dafür war. Und ER wird entscheiden, wann er nicht mehr in unserem Bett schlafen wird, nämlich wenn er dazu bereit ist und die nötige Sicherheit hat, um in seinem eigenen Zimmer zu schlafen. Es gab nur zwei Dinge, bei denen ich vorgegriffen habe: das eine war der Schnuller mit über 4 Jahren (weil die Zahnärztin uns dringend dazu riet, da sich die beiden oberen Schneidezähne schon so weit vorgeschoben hatten) und schwimmen (aus dem einfachen Grund, weil wir bei unserem Garten einen riesigen natürlichen Schwimmteich haben und es hier um seine Sicherheit geht. Dafür sind wir aber nicht ewig in einen Schwimmkurs gegangen, sondern er hatte in einem Thermenurlaub zweimal eine halbe Stunde allein mit einem Schwimmlehrer (der Schnecki wollte es mit uns einfach nicht versuchen).
    Haha und Maschenbinden kann er bis heute noch nicht, aber ich merke, dass das Interesse daran steigt. Und wenn er von sich aus sagt, er will es lernen, dann werde ich es ihm beibringen :-)
    Ich finde es toll von dir, dass du dich nicht in diesen Wer-kann-schon-was - Strudel hineinziehen lässt und deinem Kind die Zeit gibst, die es braucht, um für eine neue Sache bereit zu sein. Du überforderst sie nicht, aber du hilfst ihr etwas allein zum machen, wenn sie das möchste.
    Bist eine tolle Mama!
    Alles Liebe Babsy

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  6. Wie recht Du hast Barbara. Beim ersten Kind habe ich mich noch etwas verunsichern lassen, weil ich ja auch nicht wusste, was Sache ist. Aber beim zweiten war ich schon viel entspannter. Ich sehe das wie Du. Kommt Zeit, kommt Rat. Wenn wir ehrlich sind, geht es in der Schule ja leider grad weiter... ;(

    Da muss man den Kids schon eine gehörige Portion Selbstbewusstsein mitgeben.

    LG

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  7. Liebe Barbara,
    ich finde dieses messen der "Fähigkeiten" ganz schlimm ! Ich hab mich da im Kindergarten und in den Schulen immer schnell rausgezogen, weil ich es schlimm fand, welches Kind kann was schneller, besser........und das kommt ja meist nicht mal selbst von den Kindern, sondern von den Eltern ! Kinder sollten alles mit Spaß lernen, ohne Druck, der eine braucht länger und der andere lernt etwas schneller, was soll´s ! Und sie müssen auch nicht alles können !
    Ich finde es wichtig mit Kindern draußen in der Natur zu sein, ihnen Tiere und Pflanzen zu zeigen und Dinge, die man mit den eigenen Händen schaffen kann, jenseits von Tennisplatz, Vereinen.........obwohl es da auch schöne Sachen gibt, aber es sollte nicht die meiste Zeit beanspruchen ! Ich fand es immer schlimmer, wenn die Kinder sich kaum verabreden konnten, weil die Mütter die Kinder zu sämtlichen Veranstaltungen gefahren haben und keine Zeit mehr hatten ! Den Alltag völlig zugepackt, nein, das kann es nicht sein !
    Gut ich habe nie viel mit Frauengrüppchen zusammen gestanden, war meist die Außenstehende, weil wie eh immer etwas anders gelebt haben....aber ich konnte und kann damit leben, denn es gibt nichts schlimmeres als Lästerei, nee ohne mich ! Brauchte ich nicht und brauche ich auch heute nicht ! Lieber nur wenige Frauen mit denen man sich gut versteht und reden kann und deren Kinder Freiheiten haben !
    Danke für Deinen ehrlichen Post, super klasse !
    Liebe Grüße,
    Deine Birgit

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  8. Hallo Barbara.
    Wie recht Du hast. Du sprichst mir aus der Seele mit diesem Post.
    Wir haben im Kindergarten dasselbe erlebt.
    Schon traurig , wie die Kinder unter Druck gesetzt werden.
    Liebe grüße Marnie

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  9. Liebe Barbara,
    mir geht es genauso wie dir, habe mich nun auch sehr zurückgezogen . Ich hab da so ne Tochter die spielt kein Instrument und geht keiner anderen sportlichen Aktivität nach...aber sie ist sehr glücklich und zufrieden so wie es ist. Sie liebt es mit Freundinnen sich zu treffen, zuhause Inliner oder Rad zu fahren, bei der Freundin Trampolin zu springen etc. Sie brauch länger alls alle mit den Hausaufgaben und kann auch mal 15 Min. auf dem Klo singen bis es weiter geht.Ich habe mir lange Vorwürfe gemacht weil jeder fragte und Adina was macht sie...? Was nix kein Instrument ?
    Aber mittlerweile kann ich sehr gut damit umgehen.
    Herzliche Grüße Schokolädle

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