Komm ich nehm dich mit ....

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Mittwoch, 17. September 2014

Vom " Kummer und Wut " wegzaubern



 


Wer kennt es nicht, ein Zwerglein kommt nach Hause, egal ob groß oder klein,  und man merkt schon irgendwas stimmt nicht. Es ist traurig, gereizt oder sehr anhänglich. Jetzt würden wir am liebsten gleich fragen: Was ist denn los? Geht es dir nicht gut?" Aber das ist manchmal schon zu viel gefragt. Aber wir möchten ja auch, das die Kleinen ihren Kummer, Ärger, Ängste usw. loswerden können. Ich versuche immer, wenn ein bisschen Ruhe eingekehrt ist, mit einem lockeren Geplapper, etwas in Erfahrung zu bringen. Wichtig finde ich, wenn wir auch mit unseren Gefühlen offen umgehen. Das heißt, ich erzähle auch, das der Tag nicht ganz so gelaufen ist wie ich ihn mir vorgestellt habe. Das mich zum Beispiel eine Bemerkung einer Arbeitskollegin getroffen hat oder ich darüber richtig wütend war. Natürlich sind nicht alle Dinge für sensible Kinderohren tauglich. Aber unsere Kinder spüren auch ganz schnell, wenn wir Ihnen Theater vorspielen und das macht uns dann nicht gerade glaubwürdig. Also ruhig offen über Gefühle sprechen. Erzählt dann unser Zwerglein, was es bedrückt, sollten wir dafür Verständnis zeigen und es bloß nicht abtun,Kinderkummer immer sehr ernst nehmen. Trösten ist jetzt angesagt. Sätze wie:"Das ist doch Alles nicht so schlimm, oder deine Sorgen möchte ich haben", sind beim trösten gar nicht hilfreich. Der Kummer der Kinder ist im Moment doch riesengroß. Jetzt heißt es den Kummer und die Wut wegzubekommen. Wir können ja ein bisschen zaubern. Wir nehmen Blatt Papier und schreiben unseren Kummer (Wut) darauf und werfen es dann einfach weg. Wir hauen auf ein Kissen und machen dann eine Kissenschlacht. Wir können aber auch mit den Füßen die ganze Wut raustrampeln. Bei Kummer können wir unsere Kinder auch ruhig ein bissl verwöhnen. Ein heiße Schokolade mit einem Smiliegesicht, ein Wohl-
fühlbad, lange kuscheln (oder den Pubertist vorsichtig in den Arm nehmen),  ich denke man kann immer etwas finden um das Gemüt zu erheitern oder es wieder zu beruhigen. Einfach ein Stückchen von unserer Herzenswärme abgeben.
Dann geht es doch gleich viel besser. Jetzt müssen wir unseren Zwergen aber auch noch zeigen, das der Tag viel Schönes gebracht hat.  Es gibt bestimmt etwas Lustiges oder was ganz Tolles, das man am Tag erlebt hat. Oder was der morgige Tag Schönes bringt. Ob die Sonne scheint und was wir dann zusammen alles unternehmen können. Worauf wir uns einfach freuen.
Oft lege ich nach solchen Tagen, einen kleinen Glücksbringer auf das Kopfkissen. Das kann ein Gänseblümchen sein, ein Glitzersteinchen oder ein Schokokäfer.
Wir haben auch ein Pusteblumenglas, wir sammeln Pusteblumen stecken sie in ein verschlossenes Glas und wenn der Kummer sehr groß ist, holen wir ein Pusteblümchen heraus und lassen den Kummer mit den Schimchen einfachwegfliegen.



Ja, manchmla klappt das so ganz gut. Und wie sieht das bei euch so aus?

LG
Barbara

Kommentare:

  1. Liebe Barbara,
    ein interessantes Thema.Ich denke das es zuerst wichtig ist da zu sein zu zuhören.Wie du schon sagst zu verwöhnen,sich mal ein Kind rauszupicken und mit dem Kind was Kummer hat alleine was zu machen.Und im Gespräch versuchen rauszuhören was los ist.Da gibt es Kinder die gleich drauf los plappern,aber auch Kinder die verschlossen sind.Ganz klar Gefühle muss man zulassen.
    Ich mache es wie du gebe meinen Kindern kleine Glücksbringer mit,oder mache für sie auch eine Kerze an mit einem Bild davor,das sie Kraft für den Tag haben.
    LG
    Nicole

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    1. Liebe Nicole,
      ja manchmal kann man schon zwischen den Zeilen lesen, was los ist. Und da kann man dann einfach nur da sein und das Kind spüren lassen, du bist nicht allein.
      Schön, hast du das gesagt.
      Lg

      Barbara

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  2. hallo barbara,
    was für ein schöner beitrag. du hast es richtig gesagt, die sonneblume, die wir wegblasen.
    da fällt mir die büchse der pandora ein, die hoffnung.

    manchmal möchte so ein zwerglein aber gar nicht reden, wenn es nach hause kommt. das belastet die zwergenmama zwar, aber sie muß halt doch warten, bis das zwerglein kommt und es ihr sagt.
    das kann dauern, aber irgendwan redet das zwerglein.

    danke nochmals,
    viele liebe grüße eva

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    1. Hallo liebe Eva,
      ja das stimmt, manch wollen sie nicht erzählen, da ist Geduld angesagt. Denn bohren hilft da gar nix, man muss das respektieren.Man muss den Kindern ja auch die Chance geben, Dinge mit sich selbst auszumachen oder sie selbst zu klären. Unsere kleine Lotta ist so ein Kind, sie erzählt es nicht gern, wenn sie Ärger oder Kummer hat. Da muss man abwarten.
      LG
      Barbara

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    2. ja, genau das meinte ich.
      mein sohn kam früher nach hause und bearbeitete das klavier und spiele drauflos, da merkte ich schon, dass was nicht in ordnung war.
      später, als er älter war, "zog" er sich metallica usw. ins ohr.
      vieles erzählte er mir gar nicht, vieles sehr vieles, was in der schule vorgefallen war.
      einiges hat er mir bei unserem gemeinsamen polenbesuch erzählt jetzt, nachdem er 37 jahre alt ist und das hat mich schon sehr traurig gemacht, dass er soviel für sich behalten hat, wobei ich ihm hätte schon helfen können. dein beitrag heute erinnert mich wieder dran und ob dieser - für meinen sohn - sehr schlimmen geschichten, habe ich jetzt tränen in den augen, was bei mir selten passiert, da ich eher pragmatisch bin.
      trotzdem nochmal lieben dank.
      eva

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  3. Ohja das ist ein spannendes Thema und wie du sagst natürlich überall präsent. Wir handhaben das auch ganz individuell und situationsbedingt. Manche Kinder erzählen bei uns eh von sich aus, andere brauchen einfach ein wenig mehr Zuwendung oder Ablenkung bis sie darüber reden. Aber für uns ist es auch ganz wichtig sagen zu können wie es einem geht und was schief gelaufen ist und das es auch ok ist wenn man mal schlechte Laune hat. Euer Ritual ist ja wirklich wundervoll, das gefällt mir richtig gut:D

    Lg
    Sissy

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  4. Das hast du mal wieder super zusammengefasst.
    Bei den Kleinen sprudelt es ja meist heraus, bei den Großen muss man manchmal etwas länger warten. Auf jeden Fall ist an solchen Tagen verwöhnen angesagt. Manchmal - ein paar Tage später - haben die Kinder ihr Problem schon vergessen und ich setze mich gedanklich immer noch damit auseinander.... Liebe Grüße

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  5. Liebe Barbara,
    ganz toll geschrieben ! Ich hab es auch so empfunden und auch heute noch manchmal bei den Jungs. Meist wollten sie erst nicht erzählen und dann in einiger ruhigen Minute.....manchmal können/wollen sie sich auch garnicht öffnen und dann sprudelt es nach Tagen aus ihnen heraus. Es ist wichtige, dass wir immer für sie da sind und zuhören oder einen Rat geben. In so vielen Familien wird leider kaum noch geredet, schade ! Dabei ist das so wichtig, viel wichtiger als jede Freizeitbeschäftigung, Hobby, Beruf........die Zeit sollte man sich immer nehmen und wenn es erst am Abend ist ! Aber es ist wichtig !
    Es ist schwer, mit manchen Dingen klar zu kommen, das geht uns Erwachsenen ja auch manchmal so. Das kenne ich auch, ich ärgere mich irgendwo drüber und dann schleppe ich es den ganzen Tag mit mir rum !
    Rituale sind einfach schön und ich denke, dass die Kinder das meist später auch in irgendeiner Form übernehmen werden !
    Liebe Grüße,
    Deine Birgit

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  6. ohh, was für eine schöne Idee... ein Pusteblumenglas.. Das muss ich mir unbedingt merken.. Herzlichen Dank für diesen schönen Post... Ich wünsche dir einen schönen, unbesorgten Tag.. herzlich Barbara

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  7. Pusteblumenglas find ich ne wunderbare Idee. Zieht im nächsten Frühjahr hier ein, brauch ich selber manchmal.
    LG Silvi

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