Komm ich nehm dich mit ....

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Mittwoch, 16. Januar 2013

Rituale im Siebenzwergehaus ...

... oder wie verbringen wir den Tag !!!




Oft wurde ich schon  gefragt, wie ich (wir) den Tag mit meinen (unseren) Kindern organisiere und verbringe. Ich kann das so pauschal nicht niederschreiben. Denn ein Tag gleicht nicht dem anderen. Mal kommt eine Krankheit, mal schlechte Laune, mal Kummer und Sorgen oder unvorhergesehene Termine in den Tag geschneit und schon muss man umplanen. Ich werde aber versuchen hier jetzt ein paar Rituale niederzuschreiben dir mir (uns) wichtig sind und die wir versuchen aufrecht zu erhalten. Rituale sind wichtig, sie geben uns Halt und verbinden. Es müssen keine großartigen, aufwendigen Dinge sein. Die Regelmässigkeit, die Art und Weise wie wir die kleinen Rituale des Alltags gestalten, machen es aus.

Am Morgen

Wir können Kraft für den ganzen Tag sammeln, wenn wir uns gemeinsam am Frühstückstisch versammeln und uns ein paar Min. Zeit füreinander nehmen. Miteinander sprechen : Schau mal heute scheint die Sonne, hast du gut geschlafen ?, Hast du etwas Schönes geträumt ? usw.. Mir ist es wichtig, dass die Kinder etwas im Bauch haben, bevor sie das Haus verlassen. Lieber früher aufstehen, als dass am Morgen Hektik entsteht. Für mich immer eine Herausforderung, denn ich bin morgens nicht gerade fit :)

Am Mittag

Das Essen ist gekocht, wenn die Kinder von der Schule kommen und der Tisch ist auch schon gedeckt. So können sich gleich Alle an den Tisch setzten und wir können gemeinsam essen. Wie Lotta in den Kinderarten kam, hatte ich Sorge, dass wir nicht mehr gemeinsam essen können. Aber es hat sich alles von selbst geregelt. Wenn ich sie um 12.00 Uhr abgeholt habe, ist sie meistens müde und legt sich gleich um. In der Zeit kann ich dann das Mittagessen richten und wir essen gemeinsam um 14.00 Uhr. Dann ist Lotta  ausgeschlafen und gut gelaunt. Vor dem Essen wird gemeinsam gebetet und danach fassen sich Alle an den Händen und wir wünschen uns noch einen guten Appetit. Das stärkt das Wir- Gefühl und macht uns als Familie stark. Für das Gebet haben wir verschiedene Gebetswürfel oder Bücher mit kindgerechten Gebeten. Die Kinder suchen im Wechsel, ein Tischgebet aus.

Teestunde

Ein schönes Ritual ist die Teestunde. Sind Hausaufgaben und Aufgaben, die die Kinder im Haushalt erledigen müssen getan, trinken wir zusammen einen Tee (Kakao).Wir kommen wieder zur Ruhe, alle können verschnaufen und sich ein paar Leckerbissen (Kekse, Obst, Krächer mit Quark, Zwieback mit Marmelade oder Honig usw,) schmecken lassen .Meinen Kindern ist das wichtig, auch den Großen. Wenn sie da sind fragen sie: " Soll ich schon mal Tee kochen und den Tisch decken."  Auch unsere älteste Tochter, die meistens Samstags kommt, bringt oft mal Kuchen mit und geniesst das gemeinsame Teetrinken. Die Teestunde kann man, je nach Jahreszeit, im warmen gemütlichen zu Hause oder auch im Freien erleben.




Spazieren gehn (Bewegung)

Bewegung an der frischen Luft tut uns gut. Es hilft uns auch Abstand vom Alltag zubekommen. Der Spaziergang kann vor der Teestunde oder vor dem Abendbrot oder nach dem Abendbrot stattfinden.
Wir laufen zu einem Park, zu einem Spielplatz, zum Bach, in den Wald. Einfach zu einem Platz ,der uns besonders gut gefällt. Wichtig daran ist die Regelmäßigkeit.

Abendzeit

Genug Zeit für das Abendessen einplanen ist wichtig. Es ist in vielen Familien die einzige Mahlzeit, bei der alle Familienmitglieder gemeinsam am Tisch sitzen.Gemeinsam zu essen und über den Tag zu plaudern verbindet. Streit und Zank sind tabu bei den Mahlzeiten. Probleme und Co sollten seperat besprochen werden.

Lotta hat im Moment Probleme mit dem Einschlafen. Weihnachten und Ferien haben sie aus dem gewohnten Rhytmus gebracht. Abends mit Lavendelöl massieren oder die Füße mit ausgleichender Fußcreme massieren, alles schlug die letzte Zeit fehl. Das kleine Zwerglein fand schlecht in den Schlaf.
Wir haben ein altes Ritual wieder aufleben lassen:

Eine Gutenacht -Geschichte zum Miterleben.

Wir haben 6 Sterne aus Goldpapier ausgeschnitten und Teelichter daraufgestellt. Die darf Lotta mit einer Kerze jeden Abend anzünden. Dann erzählen wir ihr eine Geschichte dazu.

Es waren einmal 6 Sternenkinder, die müssen jetzt schlafen gehn. Schaut zur Erde hinunter, die Erdenkinder liegen alle schon in ihren Bettchen und schlafen ruhig und friedlich.Dann bläst die Sternenmutter die erste Laterne eines Sternenkindes aus und sagt: " Schlaf gut mein gliebtes Sternenkind und träume etwas Schönes." Lotta pustet dann das erste Teelicht aus. Dann pustet die Mutter die Laterne des zweiten Sternenkindes aus  und sagt : "Schlaf gut mein geliebtes Sternenkind ... Das wiederholen wir bis alle Teelichter ausgepustet sind. Natürlich pustet Lotta nicht alle Kerzen aus, die anderen dürfen auch, wenn sie möchten. Auch die ganz Großen machen dieses Ritual mit, wenn sie da sind, sie wissen, sie tun es für Lotta und es ist ihnen dann nicht zu doof. Für uns sind die Kerzen sympolisch für die 6 Kinder, die noch zu Hause wohnen. Auch Abends im Bett wird gebetet und die Goldtröpfchen werden in den Händchen verrieben.

Was mir (uns) sonst noch wichtig ist:Ein gemütliches, aufgeräumtes, warmes Heim. Bei uns brennen fast immer die Kerzen und das Duftlämpchen ist an.. Wir achten auf gesunde Ernährung, wir haben einen Speiseplan, die Kinder können sich darauf verlassen, dass es meistens das gibt was drauf steht. So gibt es .z.B. Freitags  immer ein Fischgericht. Wir leben mit der Natur und den Jahreszeiten. So pflegen und hegen wir unseren Jahreszeitentisch. Wir versuchen unseren Kindern viel Freiraum zum Kindsein zu lassen, wie weit das in der heutigen Zeit möglich ist. Vorlesen, spielen, basteln, werkeln mit Naturmaterialen haben einen festen Platz bei uns gefunden. An alten Familientraditionen halten wir fest. Sind aber auch offen für Neues.






So, jetzt hoffe ich konnte ich euch so einen kleinen Einblick in unseren Alltag zeigen und konnte ein paar Fragen beantworten.

Lg

Barbara

Kommentare:

  1. Hach - ich denke, dass ist ganz wunderbar für Kinder, wenn sie so geborgen aufwachsen können, die schönen Kindheitserinnerungen werden sie immer begleiten.
    Wir frühstücken auch jeden Morgen gemeinsam. Mittag gibt es nicht bei uns, da sind die Kinder noch außer Haus. Und natürlich essen wir auch alle gemeinsam am großen Tisch Abendbrot. Nachmittags hätte ich gerne noch mehr Ruhe für uns. Aber der Große kommt meist erst spät und dann sind fast immer noch so viele Schulaufgaben zu erledigen. lg

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  2. Hallo BArbara..

    Schön von Dir , das Du uns einen Einblick in Euer Leben gewährt hast

    Liebe grüße Marnie

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  3. Schön liest sich das!
    Bei uns läuft manches ähnlich, allerdings habe ich das Mittagessen nur selten schon ganz fertig, wenn die Große aus der Schule kommt. Entweder haben die beiden vier Stunden - halb zwölf ist zu früh, und nach der sechsten Stunde ist es eigentlich schon ein bisschen spät für den Rest. Wir essen meistens gegen halb eins. Aber solche Essenszeiten ändern sich ja auch mit dem Alter der Kinder.
    Die "Teestunde" machen wir oft auch so ähnlich, aber die Bezeichnung werde ich mir wohl "klauen". Ein schöner Begriff dafür fehlte uns eigentlich noch...
    LG

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  4. Liebe Barbara,
    das ist ein wunderschöner Einblick.Ihr macht es ganau richtig.Der Alltag ist schon stressig genug.Und Kinder brauchen Rituale,ganz besonders unsere Pflegekinder.
    LG
    Nicole

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  5. Liebe Barbara - deinen Text kann ich unterschreiben. Läuft bei uns ganz ähnlich ab und ist auch ganz wichtig, damit der Tag eine gute Struktur für alle hat. Wie schön ist es doch, wenn sich alle nachmittags nochmal in der Küche zu einem Keks, geschnittenem Obst und Kakao oder Saft und Kaffee für die Mama versammeln. Das mag ich gerade im Winter besonders gerne.

    Dir einen schönen Tag.

    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Danke für diesen schönen Einblick in euer Familienleben. Mir gefällt das sehr und gern hätte ich es auch so gehabt, leider klappte das bei uns nicht so, weil immer jemand meinte er/sie müsse sich einmischen. Ist lange her, heute versuche ich, meinem Enkelchen viel von dem zu geben, was wir früher versäumt haben. Er liebt meinen Jahreszeitentisch und den gibt es eben nur bei Oma und es ist für ihn etwas ganz besonderes. Das ist so schön. Das Ritual mit den Teelichterengeln finde ist bezaubernd.
    Viele Grüße
    Regina

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  7. Liebe Barbara, auch von mir DANKE für diesen bezaubernden Einblick in Euren Tagesablauf. Bei uns sieht es ähnlich aus, nur das wir sehr viel zeitiger zu Mittag essen. Bei uns im Osten fängt ja alles ein wenig früher an. D.h. auch der Kindergarten beginnt sehr zeitig und wenn man seine Kinder zu Hause essen lassen möchte und nicht im Kiga muss man die Kinder bereits 11:00 Uhr holen. Lasse ich sie länger, muss ich sie dort schlafen lassen und kann sie frühstens 14:30 wieder holen.
    Liebe Grüße
    Karoline

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  8. Die Teestunde ist das schönste Ritual, wie ich finde, und wie schön es für euch als Eltern sein muss, dass sogar die großen Kinder am WE zu dieser Teestunde nachhause kommen, das zeigt, ihr habt alles richtig gemacht und macht es jeden Tag auf's Neue richtig. Ihr seid eine tolle Familie. Sina

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  9. Rituale sind etwas wunderbares und auch wichtig für Kinder. Ich habe es als Kind geliebt, wenn uns unsere Mutter Geschichten erzählt hat. Das ist in meinem Gedächtnis haften geblieben.
    Ich finde es toll und bewunderungswürdig, wie Du das alles hin bekommst.
    Herzliche Grüße von Anne

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  10. Hallo Barbara,
    läuft bei uns etwas ungeordneter ab, wir sind aber nur noch 2 Kinder im Haushalt. Gemeinsames Abendessen ist wichtig, weil wir alle zusammen sind und gemeinsames besprechen können. Ruhezeiten dazwischen wie mit der Teepause haben wir nicht. Beim Essen wird bei uns nicht gebetet (haben wir nie gemacht). Vor dem Einschlafen Gutenachtgeschichte (kann auch etwas länger dauern 10-15 Seiten). Ist schon wichtig, dass eine Struktur der Tages erkennbar sein muss.

    Gruß Dieter

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